Abwehrschlacht am Millerntor – FC St. Pauli VI – ESV II 8:1 (5:0)

Am 17. Februar 2013, zwei Wochen vor dem Rückrundenauftakt in der Kreisligareserve ließ sich die ESV-Zweite nach zähen Verhandlungen erweichen, zu einem Testkick beim FC St. Pauli aufzulaufen. In einem spannenden Spiel unterlagen die Kacksenkenkicker auf synthetischem Geläuf zwischen Bunker und Nordkurve denkbar knapp mit 1:8 (0:5).

Unmut breitete sich schon vor dem Spiel aus, als klar wurde, dass der FC St. Pauli VI einige Spieler aus seiner Zweiten Herren einsetzen wollte, während der ESV II aufgrund personaler Engpässe auf Spieler aus der eigenen Sechsten Herren zurückgreifen musste (Wasse, Rentner, Gomoll). Doch die Eisenbahner ließen sich nicht einschüchtern, und zeigten von Beginn an, wer den Kiez regiert. So entwickelte sich in den ersten 20 Minuten ein Spiel auf Augenhöhe, in denen der ESV gut mitspielte und Rentner seinen Bunker sauber hielt. Dann jedoch zeigten sich, der langen Anreise geschuldet, erste Ermüdungserscheinungen beim ESV. Es fielen diverse Tore, teils sehr schön durch die Paulianer kombiniert und herausgespielt, teils sehr schön durch die ESV-Defensive kombiniert und herausgespielt. Zur Halbzeit führte der FC St. Pauli bereits mit 5:0.

Von der donnernden Pausenansprache des Trainerduos Hesse/Grabowsky nach vorn gepeitscht, lieferte der ESV zu Beginn der zweiten Spielhälfte wieder einige gute Minuten. Genauso schnell ließen die Blau-Gelben aber auch wieder nach und begaben sich in die Zuschauerrolle, was mit weiteren Gegentoren bestraft wurde. Schnell stand es 0:8, das Spiel schien verloren. Es schien. Dann aber hielten 60 000 Fans am Millerntor für ein paar Sekunden die Luft an. Kuhnert wurstelt sich in den Strafraum, kommt zu Fall, und … der Pfiff – Elfmeter für den ESV! Eine nicht ganz unzweifelhafte, aber freundliche Entscheidung des Schiedsrichters. Libero Grabowsky ließ sich nicht zwei Mal bitten, trat den langen Marsch in die gegnerische Hälfte an und legte sich das Leder zurecht. Drei Schritte Anlauf, ein gewaltiger Schuss, und der Ball zappelte im Netz. Urplötzlich waren die Kacksenkenkicker wieder im Spiel. Es war wieder alles möglich an diesem graukalten Hamburger Nachmittag. Es wäre alles möglich gewesen, hätte der eben noch so großzügige Schiri auch nur ein paar Minuten nachspielen lassen. Doch der Abpfiff kam pünktlich, und das 1:8 war besiegelt.

Von einzelnen, wüsten Rangeleien auf der Rückfahrt abgesehen, kann die ESV-Zweite behaupten, sich gut auf die zweite Saisonhälfte eingestimmt zu haben. Die Lust am Fußball hat unsere Helden von der Kacksenke wieder voll und ganz in Besitz genommen. So ist die Vorfreude riesig, wenn es bald wieder gegen größere Gegner geht als den FC St. Pauli.

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