Dreffien trotzig: „Wir haben es selbst in der Hand“

„Ausscheiden ist doof“, legte sich Torsten Dreffien noch kurz vor dem alles entscheidenden Topspiel im letzten Vorrundenspiel in den Sporthallen Kaltenmoor gegen TUS Reppenstedt fest. Was anderes bliebe dem ESV Lüneburg  nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen den Vastorfer SK, den Niederlagen 0:3 gegen TSV Gellersen & Lüneburger SK auch nicht übrig.
Von Anfang an war klar, dass der ESV in der Todesgruppe um die Altherren Hallenkeis-Meisterschaft nur eine Außenseiterposition einnehmen konnte und so lautete die kleinlaute Ansage im vornherein: „Wir müssen sie alle wegrammen“.
Auf eine Kampfansage: „Wir spielen sie in Grund und Boden“ hatte Interimscoach Jens Sommer bewusst verzichtet um keinen Druck auf die noch so junge Altherrenmannschaft aufzubauen.
War das der Grund warum die Null nur vorne stand?
Null Punkte und kein Tor: Blickt man auf die bloßen Ergebnisse der Spiele kann man beim ESV eigentlich nicht zufrieden sein. Die Vorstellung des Außenseiters war jedoch alles andere als enttäuschend. Beim späteren Turniersieger Vastorfer SK hatte der ESV lange Zeit mehr als gut mitgehalten. Kurz vor Schluss der ersten Partie lag der ESV mit 0:1 hinten und schnürte den Gegner in dessen fünfer dermaßen ein, dass Torsten Dreffien zu einem „nur“ Pfostentreffen kam. Diese Szene war noch nicht vorbei und der Ball landete vor den Füßen von Altmeister Marko Peßel, der völlig überrascht, alleine vor dem Tor zu stehen den Ball nicht im Kasten unterbringen konnte. Das Turnier wäre womöglich ganz anders verlaufen.
Ursachenforschung war angesagt beim ESV nach dem 2.ten Vorrundenspiel. Wor­an lag es, dass die Lüneburger gegen den TSV Gellersen nach 150 starken Sekunden zum Start nur noch kläglichen Fußball abliefer­ten? Diva Rene Lachenmayer zu den Gründen: „Wir hatten in der Verteidigung keinen Zugriff, waren mit unseren Möglichkeiten, die wir nicht hatten, nicht gut umgegangen.“  Ein schnell ausgeführter Freistoß, Torwart Carsten Rentner war noch nicht auf Betriebstemperatur und harderte noch mit der Schiedsrichterentscheidung, und zwei weitere schnelle Tore reichten um und den wörtlich „schlank“ aufspielenden ESV zu schlagen.
Gegen den Lüneburger SK müsse die Mannschaft nun ein anderes Gesicht zeigen. Toptorjäger Florian Mohrmann  pflich­tete seinem Mitspieler Sebastian Pappert bei. „Eines ist uns allen klar: Wir müssen jetzt wieder al­les besser machen.“ Man hoffte beim ESV, dass dieses mehr als unglückliche 0:3 ge­gen Gellersen der Schuss vor den Bug zur rechten Zeit war. Kapitän und Torhüter Carsten Rentner fordert denn auch, „dass jeder gesehen haben muss: Es geht nur mit Vollgas und 100 Prozent“. Der ESV müsse „volle Pulle“ ge­hen.
Am Ende stand es 0:3 und man war sich einig. Gegen so eine mit Stars besetzte Mannschaft musst du nicht verlieren.
Im letzten Spiel gegen Reppenstedt musste nun der dringend benötige Sieg her um das letzte Ticket für die Endrunde zu sichern. Doch daraus wurde nichts: Mit einer 0:1-Niederlage im Gepäck traten die Lünebuger die Heimreise an. Hoffnungsträger Mathias Stebner, der noch für die letzten beiden Spiele per Shuttle-Service geholt wurde hatte eine kurze Nacht verlebt. Bis in die frühen Morgenstunden versuchte er, das ent­täuschende 0:1 zu verarbeiten: „Wäre ich doch bloß schon zu Turnierbeginn erschienen.“
Der ESV hatte sich in den 10 Minuten eine Vielzahl von besten Torchancen vergeben. Peßel, Dreffien, Pappert und Mohrmann vergaben aus aussichtsreicher Position. Es hätte 3:0 oder 4:0 für den ESV stehen müssen, gegen einen Gegner der nur auf das Verteidigen des kleinen 3-Meter-Tores aus war. Eine Unaufmerksamkeit im Spielaufbau nutze Reppenstedt zum erfolgreichen Konter und zum mehr als glücklichen Sieg im letzten Spiel.
Fazit: Insgesamt waren wir körperlich Unterlegen, mit wesentlich mehr Bauch hätten wir unsere Gegenspieler auf Abstand halten können.

Leave Yours +

Keine Kommentare

Die Kommentare sind geschlossen.

  • Kommentare sind geschlossen